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Persönliche Zeugnisse

Alessandra Borghese, Journalistin, Italien

Gewöhnliches verwandelt sich in Außergewöhnliches

28 Juni 2009

Stichwörter: Arbeit, Normaler Alltag
Ein persönliches Zeugnis aus ihrem Buch "Mit neuen Augen"

(...) Ein weiterer Heiliger, zu dem ich große Zuneigung habe und dem ich eine entscheidende Orientierung für mein geistliches Leben verdanke, ist Josemaría Escrivá, der Gründer des Opus Dei.

Ich selbst gehöre zwar dieser Gemeinschaft nicht an, aber trotzdem zieht mich ihre Spiritualität, die durch diesen spanischen Priester verbreitet wurde, sehr an. Normalerweise sind wir ja der Überzeugung, daß es, um heilig zu werden, außergewöhnlicher und nicht alltäglicher Großtaten bedarf. Escrivá dagegen hat uns gelehrt, dass es allein notwendig ist, mit Liebe die Pflichten bzw. die berufliche Tätigkeit zu verrichten, in die einen das Leben hineingestellt hat.

Der Weg zur Heiligkeit führt folglich über das Alltägliche, über die normalen Aufgaben, die Arbeit, das Familienleben, aber auch über die Freizeit, die persönlichen Freundschaften usw.

Aus diesem Grunde ist es z.B. nötig, sich um eine gute Ausbildung für den Beruf zu bemühen und auch diesbezüglich auf dem neuesten Stand zu bleiben. Das gehört zur Heiligkeit, da diese Einstellung eine Form des gelebten Respekts gegenüber den Mitmenschen ausmacht! Sich jeden Tag mit neuer Freude um die eigene Familie kümmern und in der alltäglichen Routine füreinander dasein – das ist auch eine jederzeit aktuelle Gelegenheit zur Heiligkeit.

Auf solche Weise verwandelt sich Gewöhnliches in Außergewöhnliches: wenn ich etwas mit Liebe, in Einheit mit Gott verrichte, dann wird die Wirklichkeit mit Heiligkeit durchwirkt und damit in gewissem Grade verwandelt. Ich bin der Auffassung, daß die von Escrivá dargebotene Spiritualität wirklich modern ist, in dem Sinne, daß sie wie "zugeschnitten" ist für Laien, die in der Welt leben und sich in dieser einsetzen wollen und es auch müssen. Sie stellt eine neue Art der Beschaulichkeit dar, mitten in einer Realität gelebt , welche allen Menschen – ob Gläubige oder nicht Glaubende – gemein ist, und gerade dadurch zum Sauerteig und zum lebendigen christlichen Zeugnis werden kann.