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Heiliger Josefmaria
Das Opus Dei, eine Personalprälatur

Das geistliche Profil des Opus Dei

Stichwörter: Gotteskindschaft, Freiheit, Ehe, Opus Dei, Arbeit, Einheit des Lebens, Normaler Alltag
Was charakterisiert den Geist des Opus Dei?

„Das ist der Wille Gottes, eure Heiligung“, sagt der hl. Paulus den ersten Christen. Diese Botschaft ist also „alt wie das Evangelium und wie das Evangelium neu“. Gott ruft alle getauften zur Fülle der Heiligkeit.

Gotteskindschaft: Wir sind Kinder Gottes

”Ruht in der Gotteskindschaft. Gott ist ein Vater voll Zartgefühl und unendlicher Liebe. Nenne Ihn oftmals Vater im Laufe des Tages. Sage Ihm - du allein, in deinem Herzen -, dass du Ihn liebst, Ihn anbetest, dass du dich stolz und stark fühlst, weil du sein Sohn bist.“

Jeder Christ ist aufgrund der Taufe Kind Gottes. Die Vaterschaft Gottes ist eine von Christus im Evangelium geoffenbarte Wahrheit, die einen wesentlichen Aspekt der christlichen Lehre darstellt. Gott wollte, dass sich diese Wahrheit – in Christus Sohn Gottes zu sein – zu einem konkreten Zeitpunkt mit großer Intensität in Escrivás Seele einprägen sollte: „Schon als Kind hatte ich im Vaterunser gelernt, Gott Vater zu nennen; nun aber empfand, sah und war ich voller Staunen angesichts des göttlichen Ratschlusses, daß wir Kinder Gottes sind ... und das mitten im Verkehr, in einer Straßenbahn , eine Stunde lang oder länger, ich weiß es nicht mehr – ich musste es einfach hinaussschreien: Abba, Pater!”

Die tief empfundene Gotteskindschaft führt dazu, sich entsprechend zu verhalten. Und so wachsen im Christen das Vertrauen in die göttliche Vorsehung, Gelassenheit und Optimismus. Sein Umgang mit Gott wird einfacher, sein Gespür für die Würde jedes Menschen und die brüderliche Liebe zu allen wie auch eine wahrhaft christliche Liebe zur Welt und zu allem, was Gott geschaffen hat, vertiefen sich.

Einheit des Lebens

”Es gibt nur ein einziges Leben, welches aus Fleisch und Geist besteht, und dieses einzige Leben muss an Leib und Seele geheiligt und von Gott erfüllt werden.”

Die Christen, gewöhnliche Männer und Frauen, die mitten in der Welt leben, dürfen nicht ”eine Art Doppelleben führen: auf der einen Seite das Innenleben, der Umgang mit Gott, und auf der anderen Seite, säuberlich getrennt davon, das familiäre, berufliche und soziale Leben”.

Als eine Folge dieser Lebenseinstellung scheint die Transzendenz der kleinen Dinge auf, die das Leben eines normalen Menschen im Laufe des Tages begleiten: “Die »große« Heiligkeit besteht im Erfüllen der »kleinen Pflichten« jeden Augenblicks.” Es sind scheinbar kleine Dinge, wie zum Beispiel eine Hilfestellung, Liebenswürdigkeit und Rücksicht im Umgang mit den anderen, die Pflege der materiellen Dinge, die Pünktlichkeit usw. Wenn man sie aber aus Liebe zu Gott lebt, dann sind sie im Leben des Christen nicht bedeutungslos. ”Tut das alles aus Liebe. – Dann gibt es keine kleinen Dinge mehr: alles wird groß. – Beharrlichkeit in den kleinen Dingen, aus Liebe, ist Heroismus.”

Heiligung der Arbeit

„Ein Christ sollte jede rechtschaffene menschliche Arbeit, ganz gleich ob sie nun intellektueller oder handwerklicher Art ist, mit der größtmöglichen Vollkommenheit verrichten – lehrt der heilige Josefmaria – : mit menschlicher Vollkommenheit, das heißt mit beruflichem Sachverstand, und mit christlicher Vollkommenheit, das heißt aus Liebe zum Willen Gottes und in der Bereitschaft, den Mitmenschen zu dienen. Denn wenn sie so verrichtet wird, dann trägt diese menschliche Arbeit, mag sie auch noch so niedrig und unbedeutend erscheinen, dazu bei, die zeitlichen Gegebenheiten in christlicher Weise zu gestalten, das heißt ihre übernatürliche Dimension zu offenbaren. Die Arbeit wird so aufgenommen und einverleibt in das wunderbare Werk der Schöpfung und der Erlösung; sie wird zur übernatürlichen Ebene der Gnade emporgehoben, wird geheiligt und verwandelt sich in Werk Gottes, in operatio Dei, in opus Dei.“

“Gerade durch diese Arbeit, im gemeinsamen Bemühen Seite an Seite mit unseren Berufskollegen, unseren Freunden oder unseren Verwandten, können wir diesen helfen, dass sie zu Christus kommen.” Zuerst mit dem Beispiel, dann mit dem Wort und dem wirksamen Wunsch, zur Linderung der materiellen Not und zur Lösung der sozialen Probleme im eigenen Umfeld beizutragen.

Gott im Alltag begegnen

“Das gewöhnliche Leben kann heilig und voll Liebe zu Gott sein.” In diesem alltäglichen Leben übt der Christ alle Tugenden: die göttlichen – Glaube, Hoffnung und Liebe – und die menschlichen Tugenden, wie z.B. die Großzügigkeit, die Arbeitsamkeit, die Gerechtigkeit, die Treue, die Freude und die Ehrlichkeit. Durch die Übung dieser Tugenden ahmt er außerdem Jesus Christus nach. “Der übernatürliche Wert unseres Lebens hängt nicht davon ab, ob die großen Taten, die unsere Phantasie sich manchmal ausmalt, Wirklichkeit werden, sondern davon, dass wir den göttlichen Willen treu annehmen und mit ganzer Bereitschaft die kleinen Opfer jeden Tages tragen.“

Die Ehe, eine göttliche Berufung

Zum Alltag der gewöhnlichen Christen gehört in den meisten Fällen das Ehe- und Familienleben. Auch dieses ist Ort und Gegenstand der Heiligung. „Die Ehe ist für einen Christen keine bloß gesellschaftliche Einrichtung und noch viel weniger bloßes Heilmittel für die menschliche Schwachheit: Sie ist eine wahrhaft übernatürliche Berufung.”

Liebe zur persönlichen Freiheit

“Weil wir wissen, daß Christus uns die Freiheit erworben hat, haben wir die Pflicht, die persönliche Freiheit jedes einzelnen zu verteidigen. Mit welchem Recht könnten wir sie sonst für uns fordern? Auch die Wahrheit müssen wir verbreiten, denn «veritas liberabit vos», die Wahrheit macht uns frei, die Unwissenheit aber zu Sklaven.”

Die Christen haben dieselben Rechte und Pflichten wie die anderen Bürger, denen sie in allem gleich sind, d.h. sie handeln mit Freiheit und persönlicher Verantwortung, ohne die Kirche in ihre Entscheidungen hineinzuziehen oder diese als einzige mit dem Glauben übereinstimmende Lösungen darzustellen. “Als Christen besitzt ihr im politischen, kulturellen und im gesellschaftlichen Leben vollkommene Freiheit mit der entsprechenden persönlichen Verantwortlichkeit. Nur das Lehramt der Kirche kann da Grenzen ziehen.”

Das bedeutet auch, die Meinung der anderen und ihre Freiheit zu respektieren. “Ich trete mit allem Nachdruck für die Freiheit der Gewissen ein – erläutert der heilige Josefmaria –, zu der auch wesentlich gehört, dass niemand einen Menschen daran hindern darf, Gott zu verehren. Das legitime Verlangen nach der Wahrheit muss respektiert werden. Der Mensch hat zwar die unerlässliche Pflicht, den Herrn zu suchen, Ihn zu erkennen und Ihn anzubeten, aber niemand auf Erden darf einem anderen die Ausübung eines Glaubens aufzwingen, den dieser nicht hat; und ebenso wenig darf sich jemand das Recht herausnehmen, den zu behelligen, der diesen Glauben von Gott empfangen hat.”