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Persönliche Zeugnisse

Der heilige Josefmaria, eine Quelle der Inspiration

Palmira Laguens, Künstlerin, Spanien

3 Juli 2009

Stichwörter: Evangelium, Bücher, Heilige Familie, Heiliger Josef
In Torreciudad, einem Marienheiligtum, das auf Anregung des heiligen Josefmaria hin gebaut wurde, gibt es einen Pilgerweg, auf dem die frühen Pilger zur Wallfahrtskapelle zogen.

Entlang dieses Weges befinden sich vierzehn Szenen, wovon jeweils zwei zusammengehören. Es sind die "Schmerzen und Freuden des hl. Josef", dargestellt auf schlichten Kacheln.

Sie rufen die wichtigsten Augenblicke im Leben des hl. Patriarchen und der Hl. Familie in Erinnerung. Nach einer alten Tradition feiert die Kirche das Fest des hl. Josef am 19. März und bereitet es durch die sieben vorausgehenden Sonntage vor, an denen der hauptsächlichen Freuden und Schmerzen des hl. Josef gedacht wird.

Die Künstlerin Palmira Laguens erklärt die Entstehungsgeschichte der Darstellungen:

Ich erhielt den Auftrag, die Reihe der Schmerzen und Freuden des hl. Josef in Keramik auszuarbeiten. Eine Auswahl von Texten aus der Hl. Schrift sollte jede Szene begleiten. Als erstes richtete ich meine Aufmerksamkeit auf die Charakterisierung der Hauptpersonen, das Jesuskind, Maria und Josef. Außerdem galt es, in der Aufeinanderfolge der Szenen die zeitliche Kontinuität zu wahren und zum Ausdruck zu bringen.

Ich versuchte, mich an Gedanken aus Predigten von Msgr. Escrivá zu erinnern und sah auch seine Schriften durch, die seine Verehrung und Liebe zum hl. Patriarchen erkennen lassen, denn ich war überzeugt, mich dort inspirieren zu können, um die Texte der Hl. Schrift in Bilder zu übersetzen. Und in der Tat fand ich dort Merkmale des hl. Josef, die mir für ihn typisch schienen.

- "Den heiligen Josef, wie es üblich ist, als greisen Mann darzustellen (...) finde ich unglücklich. Ich stelle ihn mir so vor: jung und stark, vielleicht etwas älter als Unsere Liebe Frau, aber doch im besten Mannesalter und voller Lebenskraft." (Christus begegnen, Nr. 40)
- „Aber wir wissen, dass er kein reicher Mann war; er war ein Arbeiter wie Millionen Menschen auf der ganzen Welt; er hatte den bescheidenen und anstrengenden Beruf, den auch Gott sich wählte, als Er unser Fleisch annahm und dreißig Jahre wie einer von uns leben wollte. Die Heilige Schrift nennt Josef einen Handwerker. Einige Kirchenväter fügen noch hinzu, er sei Zimmermann gewesen." (Ebd., Nr. 40)
- „In den Berichten des Evangeliums lässt sich die starke Persönlichkeit Josefs erkennen. Er erscheint nie verzagt oder ängstlich; im Gegenteil, er weiß, Probleme anzupacken, schwierige Situationen zu meistern und Aufgaben, die ihm anvertraut werden, mit Verantwortung und Initiative zu übernehmen." (Ebd., Nr. 40)

Kurz, ein junger Mann in der Fülle des Lebens, aktiv und arbeitsam, der sich den Unterhalt mit seinen Händen verdiente und dem das Glück zuteil wurde, den menschgewordenen Sohn Gottes und Maria, die Mutter Gottes zu umsorgen. Eine Persönlichkeit, auf deren Gesicht die Freuden und Leiden, die seine – übrigens voll akzeptierte – Aufgabe mit sich brachte, sichtbar sein mußten. Außerdem musste man erkennen können, dass er in liebevoller Wachsamkeit verharrte und ganz im Willen Gottes stand.

Andererseits war es auch wichtig, daß aus den verschiedenen Szenen klar ersichtlich würde, dass die Personen – das Jesuskind, Maria und Josef – keine isolierten Gestalten sind, die die Ereignisse wie zufällig zusammengeführt haben, sondern dass sie eine Familie bilden – die Hl. Familie, das Vorbild des christlichen Volkes. Daher sind sie eng miteinander verbunden durch Bande der Liebe und der Hingabe, die durch die Schwierigkeiten und die harten Ereignisse, die die Volksfrömmigkeit zusammenfassend in den Schmerzen und Freuden des hl. Josef sieht, noch stärker werden. Mehr noch, anhand gerade dieser schwierigen Situationen sollte ihre Hingabe aus Liebe noch offensichtlicher werden, so dass sie den christlichen Familien als Beispiel dienen kann. "Ich wünsche mir die Häuser von Menschen, die Christen sind, so hell und freundlich wie das Haus der heiligen Familie. (...) Jedes christliche Haus müsste ein Haus des Friedens sein, in dem, über die alltäglichen kleinen Unstimmigkeiten hinweg, jene tiefe und aufrichtige Sorge füreinander und jene heitere Gelassenheit spürbar werden, die aus einem tief gelebten Glauben kommen“ (Ebd., Nr. 22).

Nachdem ich mich einmal intensiv mit den Personen beschäftigt hatte, war es leichter, mich auf den Aufbau der Szenen anhand der Textstellen des Evangeliums zu konzentrieren.

Die Schmerzen und Freuden im pdf-Format