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Persönliche Zeugnisse

Der Kirche dienen, wie sie es braucht

Angela Solferino, Anwältin des Apostolischen Gerichts der Rota Romana, Italien

6 Januar 2009

Stichwörter: Kirche, Papst
"Ich begann, mich im Jahre 1988 näher mit dem Opus Dei zu befassen, erzählt sie, als ich mich in der Fakultät für kanonisches Recht der päpstlichen Universität vom Heiligen Kreuz eingeschrieben hatte. Während meines Studiums wurde ich mir bewusst, dass jeder Kurs mit großer Kohärenz und viel Respekt auf alles Bezug nahm, was sich auf die christliche Lehre und das kirchliche Lehramt bezog”.

- Haben Sie in diesem Arbeitsstil die Spur von Josemaría Escrivá entdeckt?
Eine sehr deutliche Spur. Der Gründer des Werkes träumte von einer Universität, die es allen erlaube, Laien wie Priestern, wie ein Schwamm die Lehren der Kirche aufzunehmen, und die sich außerdem in Rom, in der Stadt des Papstes befinden sollte. Escrivá sagte immer: "Je mehr man die Kirche kennt, desto mehr liebt man sie", und je konsequenter man ist, desto mehr wird man sich seiner Aufgabe als Christ in der Welt bewusst.

- Gibt es eine Begebenheit, die die Liebe des Gründers zur Kirche zum Ausdruck bringt?
Davon gibt es viele, denn das ganze Leben von Josemaría Escrivá kann als Zeugnis dieser Liebe angesehen werden. Mich persönlich beeindruckte ein Ereignis, das Alvaro del Portillo, der erste Nachfolger von Josemaría Escrivá, erzählte. Am 23. Juni 1946 kam Escrivá nach einer schwierigen Schiffsreise in Italien, genau genommen in Genua, an. Alvaro del Portillo holte ihn ab und sie fuhren mit dem Auto nach Rom. Kaum hatte Escrivá die Kuppel von St. Peter entdeckt, lud er ihn ein, ein Glaubensbekenntnis mit ihm zu beten, als Zeichen seiner unbedingten Treue zur katholischen Kirche. Anschließend begaben sich die beiden in eine Wohnung, die sich in der Nähe des Vatikans befand. Jene Nacht verbrachte Josemaría Escrivá betend auf dem Balkon, von dem aus er den Petersdom im Blickfeld hatte. Diese einfachen Frömmigkeitsbezeugungen sind Zeichen seiner tiefen Verbundenheit mit der Kirche und dem Papst.

- Wie reagierte Escrivá angesichts so mancher Hindernisse?
Mit großer Demut. Er wandte sich an den Herrn und sagte: "Wenn dir das Opus Dei nicht nützt, zerstöre es." In diesen Worten, mit kindlichem Vertrauen an Gott gerichtet, kann man seinen Wunsch entdecken, immer in völliger Übereinstimmung mit der Kirche zu handeln. Er wollte weder eine Revolution entfachen noch eine Approbation für eine Sache erhalten, die unnütz für das Volk Gottes wäre. Sein Wille war es immer, mit echte Dienstbereitschaft zu handlen. Nicht umsonst sagte Escrivá: "Um zu dienen, muss man nützlich sein"; es ist nötig, dass man der Kirche auf jene Art dient, wie sie gerne möchte, dass ihr gedient wird.

- Wie war seine Beziehung zur Gestalt des Papstes?
Josemaría Escrivá wiederholte des öfteren einen sehr schönen Leitsatz: “Alle mit Petrus zu Jesus durch Maria." Auf diese Art und Weise fasste er zusammen, was er in seinem Leben am meisten liebte. Neben der Idee der Gotteskindschaft hob er die Notwendigkeit hervor, immer in der Nähe des Papstes zu sein, da dieser der Stellvertreter Christi auf Erden ist. Daher lud er immer dazu ein, für den Heiligen Vater zu beten.

- Was glauben Sie, als Laie von Josemaría Escrivá bekommen zu haben?
Die feste Gewissheit, zum mystischen Leib Christi zu gehören. Ein lebendiger Körper, in dem das Herz schlagen und das Blut zirkulieren muss. Im Weg, dem bekanntesten Buch von Escrivá, lädt er uns dazu ein, "eine Spur zu hinterlassen" und die Wege der Erde mit dem Feuer Christi zu entzünden, das wir im Herzen tragen. Dies ist der Sinn unseres Kirche-Seins.