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Persönliche Zeugnisse

Die Traurigkeit ist die Verbündete des Feindes

Mein Name ist Vesna Ostoic, ich komme aus Chile, bin verheiratet und habe drei Töchter, Camila, Barbara und Trinidad. Mein Mann heißt Milton, er arbeitet in einem Bergbau-Unternehmen. Im Januar 2007 sind wir aus beruflichen Gründen von London in eine Bergbau-Stadt im Süden von Namibia gezogen, die Rosh Pinah heißt.

10 April 2009

Stichwörter: Freude, Apostolat, Gebet, Lebensplan, Sakramente
Mein Name ist Vesna Ostoic, ich komme aus Chile, bin verheiratet und habe drei Töchter, Camila, Barbara und Trinidad. Mein Mann heißt Milton, er arbeitet in einem Bergbau-Unternehmen. Im Januar 2007 sind wir aus beruflichen Gründen von London in eine Bergbau-Stadt im Süden von Namibia gezogen, die Rosh Pinah heißt.

Die nächstliegenden Städte sind Windhoek, die Hauptstadt des Landes, und Kapstadt in Südafrika. Beide liegen 900 km von unserem Wohnort entfernt.

Es war eine schwere Entscheidung, hierhin zu ziehen. Nach viel Gebet, auch von vielen anderen Menschen, habe ich verstanden, dass wir das Richtige taten und nahm den Willen Gottes an.

Das Leben hier ist in keiner Weise einfach. Unter dem geistlichen Gesichtspunkt betrachtet, fehlt vor allem die Möglichkeit, zu den Sakramenten zu gehen. Immerhin haben wir eine katholische Kirche, die sehr schön und einladend ist, nicht so schlecht gebaut wie die übrigen Häuser.

Nur an einem Sonntag im Monat gibt es eine heilige Messe. Die Pfarrangehörigen sind sehr fröhlich, daher füllt sich die Kirche mit Lobgesängen, und alle Leute tanzen. Wir sind die einzigen Weißen in der Pfarrei.

In dieser Umgebung, weit weg von Verwandten und von Menschen, deren Rat mir für mein Leben als Christin so hilfreich war, spürt man in besonderer Weise die Hilfe Gottes. Ich stütze mich sehr auf alles, was ich durch die Betrachtung des Lebens und der Botschaft des heiligen Josefmaria gelernt habe. Wenn ab und zu ein Schatten von Traurigkeit auf mein Leben fällt, dann reagiere ich sofort und denke daran, was der Vater sagte: "Die Traurigkeit ist die Verbündete des Feindes." Ich unterlasse auch nicht mein Gebet und versuche immer, in der Gegenwart Gottes zu sein, indem ich viele Stoßgebete sage und unserer wunderbaren Mutter Komplimente mache.

Ich weiß, dass ich nie allein bin und dass viele Christen für mich beten, vielleicht ohne meinen Namen zu kennen. So erinnern mich die Worte des Psalms, die ich jeden Tag bete – "Si consistant adversum me castra, non timebit cor meum!" – daran, dass Gott nicht zulassen wird, dass etwas Schlimmes passiert.

Wenn mir etwas besonders schwerfällt, denke ich an den Punkt 983 im Weg: "Anfangen tun alle, durchhalten die Heiligen." Tagsüber bemühe ich mich durch verschiedene Andachtsübungen um die Gegenwart Gottes. So sage ich z.B. jeden Morgen: Herr, ich will dir dienen, ich will dir treu sein, so wie es der Gründer des Opus Dei tat. Ich mache auch den Besuch beim Allerheiligsten, aber da die Kirche nicht offen ist, bleibe ich mit meinen Töchtern draußen auf der Straße und wir versetzen uns mit dem Herzen vor den Tabernakel, der drinnen ist. Ich kann Ihnen versichern, dass ich jetzt die Möglichkeit in anderen Ländern, die Kirche zu betreten, viel mehr zu schätzen weiß.

Vor allem aber hat mich die Betrachtung des ersten Punktes vom Weg dahin gebracht, mir neue Ziele zu stecken:
"Dein Leben darf kein fruchtloses Leben sein. – Sei nüztlich. – Hinterlasse eine Spur. – Leuchte mit dem Licht deines Glaubens und deiner Liebe.
Tilge durch dein Leben als Apostel den zähen Unrat, den die verseuchten Prediger des Hasses verbreitet haben. – Entzünde alle Wege der Erde mit dem Feuer Christi, das du im Herzen trägst."

Im Gebet habe ich viel über mein persönliches Apostolat nachgedacht und erkannt, dass ich in Namibia guten Samen säen kann. Vielen Menschen kann ich den christlichen Glauben nahebringen, und auch den Geist, den ich im Opus Dei gelernt habe, um so alle Umstände meines Lebens in Gelegenheiten zu verwandeln, der Kirche und allen Menschen zu dienen.

Ich fing damit an, montags Katechismusunterricht in der Pfarrei zu geben. Zur Zeit sind wir am Ende vom Glaubensbekenntnis und beginnen bald mit den Sakramenten. Mittwochs beten wir den Rosenkranz und am ersten Freitag des Monats beten wir eine Weile vor dem Allerheiligsten. Am Donnerstag machen wir einen Besuch beim Allerheiligsten und beten den Hymnus "Adoro te devote". Wir singen auch etwas auf Latein. Das alles ist schon toll, denn die Leute kannten diese Andachtsformen nicht und sind froh darüber. Als ich hierhin kam, kannte niemand das Opus Dei und keiner hatte je davon gehört, auch nicht vom heiligen Josefmaria. Ich besorgte mir also ein paar Gebetszettel und verteile sie unter die, die sie haben wollen.

Um diese Katechese halten zu können, muss ich selber viel beten und mein geistliches Leben verbessern. Vor kurzem habe ich in Südafrika, wo es Zentren des Opus Dei gibt, Besinnungstage gemacht. Ich musste 900 km mit dem Auto fahren um zu einem internationalen Flughafen zu gelangen. Von da aus flog ich nach Johannesburg, das waren am Ende 1.300 km. Aber es lohnt sich. Von dort habe ich ein kleines Bild des heiligen Josefmaria mitgebracht, das jetzt an einer der Wände unseres Pfarrzentrums hängt.

Vor kurzem erreichte mich ein Geldbetrag von Chile, um Messgewänder für die verschiedenen liturgischen Zeiten des Kirchenjahres zu kaufen. Der vollständige Name des Spenders ist mir nicht bekannt, ich weiß nur, daß er Paul mit Vornamen heißt. Auch aus England bekomme ich Geld, um für die Pfarrei Bibeln zu kaufen.

Mein nächstes Projekt ist der Hausbau für den Priester. So könnte er hier wohnen und täglich – oder wenigstens einmal im Monat – die Messe feiern. Bitte beten Sie für dieses Projekt.

Zusammen mit denen, die regelmäßig zum Katechismusunterricht kommen, habe ich die "Woche des heiligen Josefmaria" organisiert. Sie bestand darin, ein Video mit Ausschnitten aus seinen Treffen zu sehen und anschließend einen Vortrag über die "Heiligung des Alltags" zu hören. Dann folgte ein Wortgottesdienst, bei dem die Lesungen aus der Messe des heiligen Josefmaria vorgelesen wurden. Das war wirklich sehr schön. Zwölf Leute nahmen teil, und ich habe voller Freude daran gedacht, dass die Kirche mit 12 geboren wurde. So sollte man das doch sehen, oder?

Zu Hause habe ich einen Club für Mädchen angefangen, wo wir ganz viel unternehmen..., und wo es auch einen kleinen Vortrag über die Tugenden gibt: über die Zivilcourage, die Freude, die kleinen Dinge... Die Mädchen sind begeistert, miteinander etwas zu tun und zu lernen, wie man ein guter Mensch wird.

In dieser Gegend sind die meisten Weißen Mitglieder der Reformierten Holländischen Kirche, die aus dem Kalvinismus hervorgegangen ist. Viele meiner Freundinnen gehören dazu, aber das ist kein Hindernis, um die Sorge für die Familie, die Erziehung der Kinder und vieles mehr zu teilen.

Ich verlasse mich auf Ihr Gebet für alle Menschen hier.