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Heiliger Josefmaria
Seine Botschaft

Ein Richter, der aber auch Vater und Freund ist

Stichwörter: Himmel, Bußsakrament, Gewissenserforschung, Gotteskindschaft
Das Bild des Letzten Gerichts ist zuallererst nicht ein Schreckbild, sondern Bild der Hoffnung, für uns vielleicht sogar das entscheidende Hoffnungsbild. Aber ist es nicht doch auch ein Bild der Furcht? Ich würde sagen: ein Bild der Verantwortung. (...)Gott ist Gerechtigkeit und schafft Gerechtigkeit. Das ist unser Trost und unsere Hoffnung. (Benedikt XVI., Spe salvi, Nr. 44)

»Beinahe belustigend, Sie von der `Abrechnung´ reden zu hören, die unser Herr von Ihnen verlangen werde. Nein, für Sie wird Er kein Richter im strengen Sinne des Wortes sein, sondern einfach Jesus.« - Dieser Satz, von einem heiligmäßigen Bischof niedergeschrieben, der schon mehr als ein bedrücktes Herz aufgerichtet hat, kann auch dein Herz aufrichten.
Der Weg, 168

Der Herr (...) ist kein tyrannischer Herrscher und kein strenger, unversöhnlicher Richter: Er ist unser Vater. Er spricht uns auf unsere mangelnde Großzügigkeit, auf unsere Sünden und Fehler an; dies aber, um uns davon zu befreien und uns seine Freundschaft und seine Liebe anzubieten. Unsere Umkehr vollzieht sich mit Freude, denn im Bewußtsein unserer Gotteskindschaft wissen wir, daß wir heimkehren zum Haus des Vaters.
Christus begegnen, 64

Mag auch noch so vieles stürzen und scheitern, mag noch so großes Ungemach unsere Pläne zerstören - nichts wird dadurch besser, daß wir aus dem inneren Gleichgewicht geraten. Erinnere dich vielmehr an das vertrauensvolle Gebet des Propheten: »Der Herr ist unser Richter, der Herr gibt uns Gesetze, der Herr ist unser König, Er wird uns retten.«
Bete es täglich mit Andacht, damit dein Verhalten sich stets in Übereinstimmung mit der göttlichen Vorsehung findet, die uns zu unserem Besten lenkt.
Die Spur des Sämanns, 855

Seien wir Menschen des Friedens, Menschen der Gerechtigkeit, verwirklichen wir das Gute! Dann wird der Herr für uns nicht Richter sein, sondern Freund, Bruder, die Liebe.
Christus begegnen, 187

Brennt in deiner Seele nicht der Wunsch, deinem Vater Gott Freude zu machen, wenn Er dich richten soll?
Der Weg, 746

Die Eroberung des Himmels
Wer begreift, was das für ein Reich ist, von dem Christus spricht, der versteht auch, dass es sich lohnt, alles aufs Spiel zu setzen, um es zu erlangen; es ist die Perle, die der Kaufmann erwirbt, nachdem er seinen ganzen Besitz verkauft hat, der Schatz, der im Acker entdeckt wird. Das Himmelreich ist schwer zu erobern; und keiner kann sich seiner sicher sein; aber das demütige Rufen eines reumütigen Menschen öffnet weit seine Tore. Einer der Schächer, die mit Christus gekreuzigt wurden, fleht Ihn an: Herr, gedenke meiner, wenn Du in Dein Reich kommst! Und Jesus sprach zu ihm: »Wahrlich, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein.«
Christus begegnen, 180

Wahrheit und Gerechtigkeit, Frieden und Freude im Heiligen Geist, das ist das Reich Christi: das göttliche Handeln, das die Menschen erlöst und das sich vollenden wird am Ende der Zeiten. Dann wird der Herr, der im Paradies herrscht, wiederkommen, um endgültig die Menschen zu richten.
Christus beginnt seine Predigt auf Erden nicht mit einem politischen Programm, sondern mit der Aufforderung: Kehret um! Denn das Himmelreich ist nahe. Er beauftragt seine Jünger, diese frohe Botschaft zu verkünden, und Er lehrt uns, im Gebet die Ankunft des Reiches zu erbitten. Ein heiliges Leben, das ist das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit; das ist es, was wir zuerst suchen sollen, das ist das einzig wirklich Notwendige.
Christus begegnen, 180

In gewisser Weise ist das menschliche Leben eine ständige Heimkehr ins Haus unseres Vaters. Heimkehr durch die Reue, diese Bekehrung des Herzens, die den Wunsch, uns zu ändern, in sich schließt, den festen Entschluß, unser Leben zu bessern, und die sich daher auch in Werken des Opfers und der Hingabe äußert. Wir kehren heim ins Haus unseres Vaters durch das Sakrament der Vergebung, indem wir, unsere Sünden bekennend, Christus anziehen und so seine Brüder werden, Glieder der Familie Gottes.
Christus begegnen, 64

Solltest du nicht eine tiefe Gewissenserforschung machen?
Die ersten Apostel standen neben dem alten Boot und flickten die zerrissenen Netze. Da rief sie der Herr. Er sagte ihnen, sie sollten Ihm folgen. Und sie folgten Ihm »statim« - sofort, und »relictis omnibus« - indem sie alles verließen... Alles!
Gelegentlich kommt es vor, daß wir - die wir sie nachahmen möchten - nicht wirklich »alles« verlassen: da bleibt noch irgendeine Anhänglichkeit im Herzen, eine Unstimmigkeit im Leben - etwas, das wir nicht beseitigen, das wir Gott nicht darbringen wollen.
Solltest du nicht dein Herz bis zur letzten Tiefe prüfen? Nichts Ihm Fremdes darf bleiben; sonst lieben wir Ihn nicht ganz - weder du noch ich.
Im Feuer der Schmiede, 356

Unser Leben als Christen ist ganz normal, fast unscheinbar: Jeden Tag bemühen wir uns, die gleichen Dinge, die uns die Pflicht auferlegt, gut zu erledigen; wir versuchen unsere gottgewollte Aufgabe zu erfüllen, indem wir den kleinen Anforderungen jedes einzelnen Augenblicks gerecht werden.
Um es genau zu sagen: Es ist und bleibt oft nur ein Wollen, eine Intention; denn wie oft versagen wir! In unserer abendlichen Gewissenserforschung müssen wir dann dem Herrn gestehen: Heute habe ich Dir keine Früchte meines Mühens anzubieten, nur Fehler... Aber dennoch werde ich mit Deiner Gnade schließlich siegen...
Im Feuer der Schmiede, 616

Gerechtigkeit und Barmherzigkeit
Wenn das Gespür für die Dinge Gottes verlorengeht, ist das Bußsakrament kaum zu verstehen. Die sakramentale Beichte ist kein menschlicher Dialog, sondern ein Gespräch mit Gott; sie ist ein Gericht vor Gottes unfehlbarer Gerechtigkeit, vor allem aber vor dem Erbarmen jenes liebevollen Richters, der kein Wohlgefallen hat am Tode des Frevlers, sondern daran, daß der Frevler sich von seinem Wandel bekehre und lebe.
Christus begegnen, 78

Die Kinder der Welt neigen sehr dazu, die Barmherzigkeit Gottes zu betonen. - Das ermutigt sie dann auf ihren Abwegen weiterzugehen.
Der Weg, 747

Es ist wahr, daß Gott, unser Herr, unendlich barmherzig ist. Aber Er ist auch unendlich gerecht: es gibt ein Gericht, und Er ist der Richter.
Der Weg, 747

Ohne Angst vor dem Tod
Hab keine Angst vor dem Tod. - Nimm ihn schon jetzt großmütig an..., wann Gott will..., wie Gott will..., wo Gott will. - Sei ganz sicher: er kommt zu einer Zeit, an einem Ort und in einer Weise, wie es für dich am besten ist..., gesandt von deinem Vater Gott. - Willkommen sei unser Bruder Tod!
Der Weg, 739

Du sprichst mir vom »heroischen« Sterben. Glaubst du nicht, daß es »heroischer« ist, unbemerkt in einem guten Bett zu sterben wie ein braver Bürger..., aber krank vor Liebe?
Der Weg, 743