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Dokumentation

Priesterliche Seele und Ganzhingabe

César Ortiz

Stichwörter: Eucharistie, Jesus Christus, Priestertum, Muttergottes
Im Leben gibt es manchmal Begegnungen, die prägend sind. Ich hatte das Glück, in Josemaría Escrivá einem heiligmäßigen Priester zu begegnen. Noch dazu hatte ich das Glück, daß es viele Begegnungen waren. Was war heiligmäßig an diesem Priester? Unter vielen Erinnerungen ragen drei heraus: Seine Liebe zu Christus, seine Liebe zur Eucharistie und seine Liebe zu Maria.


1. Liebe zu Christus
Zu diesem zentralen Thema möchte ich von meiner ersten Begegnung mit dem Seligen Anfang 1945 erzählen. Ich besuchte noch die Deutsche Schule in Madrid und bereitete mich intensiv auf das Abitur vor. Ein guter Freund, der in einem Studentenheim wohnte, empfahl mir, ein Buch von einem gewissen Escrivá zu kaufen, mit dem Titel »Der Weg«, und es langsam und besinnend zu lesen. Ich bin seinem Rat gefolgt, habe das Buch gekauft und wollte schon einige der Aphorismen vor dem Einschlafen lesen. Das Buch hat mich dann so gepackt, daß ich es bis tief in die Nacht ganz gelesen habe.

Ich wurde in einer christlichen Familie geboren, christlich erzogen und glaubte fest an die Gottheit Christi. Aber Christus war für mich – wie für viele Christen – ziemlich weit weg. Er hatte vor zweitausend Jahren auf Erden gelebt und war dann in den Himmel aufgefahren. Sonntags besuchte ich die heilige Messe und spürte etwas mehr seine Nähe, aber in meinem täglichen Leben spielte er fast keine Rolle; vielleicht nur dann, wenn ich irgend ein Problem hatte und die Hilfe des Himmels brauchte.
Beim Lesen des Buches »Der Weg« spürte ich, daß dieser Autor eine ganz andere, enge Beziehung zu Christus hatte. Er sprach mit großem Vertrauen mit ihm und zeigte, daß der Herr von jedem Christen einen großen Einsatz erwartet. In mehreren Aphorismen hatte ich, ehrlich gesagt, den Eindruck, daß diese Forderungen zu hoch waren, aber im großen und ganzen war ich von dem Buch sehr beeindruckt.

Ein paar Tage später bekam ich einen Anruf des erwähnten Freundes, und ich erzählte ihm sofort, daß ich das Buch gekauft und schon ganz gelesen hätte. Ich war ihm für seine Empfehlung sehr dankbar, aber über eine Reihe von Punkten wollte ich mich mit ihm unterhalten. Er freute sich und sagte mir, daß er mich zu einem »Einkehrtag« einladen wolle. Das war für mich ein ganz neues Wort: »Einkehrtag«. In der Nazizeit hatten wir in der Deutschen Schule nur wenig religiöse Betreuung erhalten. Er erklärte mir, daß es in seinem Studentenheim eine Kapelle gebe und daß einmal im Monat, an einem Sonntag, ein Priester komme, um einige Betrachtungen über das Evangelium zu halten. Ich fragte sofort nach dem Namen des Priesters, und er sagte mir: Josemaría Escrivá, der Autor von »Der Weg«. Als ich das hörte, habe ich sofort zugesagt; ich wollte diesen Priester unbedingt kennenlernen.

Mein Freund holte mich Sonntag früh im Haus meiner Eltern ab und, da das Studentenheim nicht weit war, gingen wir zu Fuß.
Seit der Nacht, als ich das Buch »Der Weg« gelesen hatte, hatte ich mir ein gewisses Bild vom Autor gemacht. Was er schrieb, zeigte, daß er große Lebenserfahrung hatte; er mußte deswegen alt sein: nach meiner Vorstellung also in meinem heutigen Alter, weit über 70. Dazu kam, daß mehrere Aphorismen die Buße, das Opfer empfahlen. Er mußte deswegen ein Asket sein: eine hagere Gestalt, wie Franz von Assisi. Das war also mein Bild: »alt und hager«.
Wir kamen in das Studentenheim und gingen in die Kapelle. Sie war voll von Studenten. Vor dem Altar mit dem Tabernakel stand ein kleiner Tisch mit einer Decke bedeckt, darauf eine kleine Tischlampe.

Nach ein paar Minuten öffnete sich die Tür der Sakristei, und es erschien ein Priester. Meine Überraschung hätte nicht größer sein können: er war »jung und dick!« Ich dachte sofort: sicher konnte Escrivá nicht kommen und hat einen Vertreter geschickt. Dieser kann nicht derselbe Priester sein, der den »Weg« geschrieben hat! Aber dieser Eindruck dauerte nur ein paar Minuten. Der junge Priester setzte sich hinter den Tisch, öffnete das Neue Testament und begann zu sprechen. Sehr bald sagte ich mir: Ja, es ist derselbe und noch »schlimmer«! »Schlimmer«, weil seine Sprache noch mehr Kraft hatte als sein geschriebenes Wort. Der Eindruck seiner Nähe zu Christus war viel intensiver. Beim Betrachten der Texte des Evangeliums versetzte er sich in die Szenen auf eine Weise hinein, daß wir alle bald wie von selbst mit dem Herrn, mit seiner Mutter Maria, mit den Aposteln und mit den anderen Personen, die in diesen Szenen erschienen, ins Gespräch kamen. Die Art, wie er zum Tabernakel schaute, und das Vertrauen, mit dem er mit Christus in der Eucharistie sprach, waren für mich etwas ganz Neues. Man spürte: dieser Priester glaubte an ihn und liebte ihn. Von diesem Augenblick an war Christus nicht mehr weit von mir entfernt, und ich spürte die Kraft der Worte, die Escrivá wiederholte: »Iesus Christus heri et hodie, ipse et in saecula« (Hebr 13,8). Ich erinnerte mich an einen Punkt aus dem »Weg«, der so beginnt: »Entzünde deinen Glauben. – Christus ist keine vorübergegangene Erscheinung. Keine Erinnerung, die sich in der Geschichte verliert. Er lebt! ›Iesus Christus heri et hodie, ipse et in saecula‹, sagt der heilige Paulus. Jesus Christus gestern und heute und immer!« (584).
Und dann hörte ich zum ersten Mal aus seinem Munde, was mich schon im »Weg« beeindruckt hatte: »Du bist verpflichtet, dich zu heiligen. – Auch du. – Wer soll glauben, das sei ausschließlich Sache der Priester und Ordensleute? Der Herr nahm keinen aus, als er sagte: ›Seid vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist‹« (291).

Ich hatte mir beim Lesen dieses Punktes schon die Frage gestellt: Wie kann Christus so etwas von uns fordern? Wie kann es möglich sein, daß wir – arme Menschen voller Fehler und Schwächen – so vollkommen werden können wie Gott? Und wie kann er das von allen verlangen? In seiner Betrachtung gab mir Escrivá die Antwort: das ist möglich, schon hier auf Erden und für jeden, durch die Vereinigung mit Christus, denn er hat uns gesagt: »Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen« (Joh 15,5). Der dauernde Versuch der Vereinigung mit Gott in Christus, das ist Heiligkeit.

Nach dem Einkehrtag erfuhr ich von meinem Freund, daß Escrivá diese Lehre der universellen Berufung zur Heiligkeit seit dem Jahre 1928 unermüdlich verbreitete und daß er von Gott den Auftrag bekommen hatte, einen neuen Weg in der Kirche zu bahnen, auf dem es möglich sein sollte, diese Heiligkeit mitten in der Welt zu suchen. Ich hörte zum ersten Mal den Namen dieses neuen Weges in der Kirche: Opus Dei. Ich erfuhr auch von den vielen Angriffen, die Escrivá erleiden mußte, weil einige Leute, auch in der Kirche, meinten, das sei eine Verrücktheit.
Und tatsächlich: in den 30 Jahren, in denen ich sehr oft in seiner Nähe sein konnte, habe ich seine verrückte Liebe zu Christus gespürt. Er selbst sagte oft: »Ich bin ein Sünder, der aber wie verrückt in Christus verliebt ist.« Einige Monate später habe ich um die Aufnahme ins Opus Dei gebeten.

Zum letzten Mal bin ich dem seligen Josemaría in Mai 1975, einen Monat vor seinem Tod, im Wallfahrtsort Torreciudad begegnet. Damals hörte ich, wie er immer wieder vor sich hin flüsterte: »Vultum tuum, Domine, requiram« – »dein Angesicht, Herr, will ich suchen« (Ps 27,8).

In einer Homilie, die er im Jahre 1973 gehalten hat und die unter dem Titel »Priester auf ewig« veröffentlicht wurde, sagte er: »Manche ereifern sich in der Suche nach der Identität des Priesters, wie sie es nennen. (…) Was ist die Identität des Priesters? Die Identität mit Christus. Nicht nur ›alter Christus‹, sondern ›ipse Christus‹ können und sollen alle Christen sein: ein anderer Christus, Christus selbst. Doch im Priester geschieht dies unmittelbar, auf sakramentale Weise. (…) Durch die Priesterweihe erhält der Priester wirklich die Fähigkeit, dem Herrn Hände, Stimme, sein ganzes Sein zu leihen: Jesus Christus selbst verwandelt in der heiligen Messe durch die Worte der Konsekration Brot und Wein in seinen Leib und seine Seele, sein Blut und seine Gottheit.«

2. Liebe zur Eucharistie und zur heiligen Messe
Spanien hat große Maler, die auch sehr gute Portraitisten waren. Denken wir nur an Velazquez, Claudio Coello, Goya … Diese Tradition wurde auch im 20. Jahrhundert nicht unterbrochen. In der Mitte des Jahrhunderts war Agustín Segura einer dieser großen Portraitisten. Ich habe ihn Mitte der sechziger Jahre kennengelernt. Segura war damals einer der bekanntesten Maler in Spanien und hatte fast alle wichtigen Persönlichkeiten in Spanien portraitiert. Inzwischen war er alt geworden, sehr schwerhörig und litt an starkem Asthma.
Als er erfuhr, daß ich zum Opus Dei gehörte, fragte er mich sofort, ob ich den Gründer, Escrivá, kenne. Als ich dies bejahte, erzählte er mir, er habe das Buch »Der Weg« gelesen und eine große Bewunderung für Escrivá, so daß es für ihn eine große Ehre wäre, ihn zu portraitieren. Er wäre sogar bereit, trotz seines schlechten Gesundheitszustandes nach Rom zu fahren, um ihn dort zu malen. Ich sagte ihm, daß Escrivá fast jedes Jahr zwei oder drei Mal für einige Tage nach Madrid komme, und versprach ihm, das nächste Mal zu versuchen, ihm seinen Wunsch zu erfüllen.

Die Gelegenheit ergab sich im Oktober 1968. Escrivá kam für einige Tage nach Madrid. Er war sehr erschöpft und seine beiden engsten Mitarbeiter, Alvaro del Portillo (der später sein Nachfolger werden sollte) und Javier Echaverría (der heutige Bischof und Prälat des Opus Dei) wollten den Aufenthalt verlängern, damit er sich erholen könne. Er selbst aber wollte so schnell wie möglich nach Rom zurückfahren. Alvaro del Portillo und Javier Echevarría suchten also einen Grund, um die Rückfahrt hinauszuschieben, und sie erinnerten sich an den Wunsch Seguras, von dem ich unserem Gründer erzählt hatte. Sie schlugen vor, vier oder fünf Tage länger in Madrid zu bleiben, um dem Wunsch des bekannten Künstlers zu entsprechen. Der selige Josemaría konnte sich dem nicht verschließen, und ich nahm sofort mit Segura Kontakt auf. Segura freute sich sehr. Er malte immer sehr schnell, aber trotzdem war die Zeit knapp. Am nächsten Tag kam er zu uns, wo unser Gründer ihn erwartete. Es war eine sehr herzliche Begegnung, aber wir merkten sofort, daß die Kommunikation wegen der starken Schwerhörigkeit Seguras sehr schwierig werden würde. Er begann sofort zu malen. Wir waren von seinem Einsatz sehr beeindruckt. Obwohl er berühmt war, merkte man, wie wichtig ihm dieses Portrait war. Es war Oktober und noch heiß in Madrid. Segura arbeitete täglich drei Stunden mit enormer Intensität und schwitzte und stöhnte dabei.

Am fünften Tag hatte er es geschafft, seine Erschöpfung war deutlich sichtbar. Kurz vor Ende der letzten Sitzung wandte sich unser Gründer an uns und fragte mich, ob ich ihm meine (damals) starke Stimme leihen könnte, um – fast schreiend – Segura etwas zu sagen, was er ihm unbedingt mitteilen wolle. Escrivás Worte waren ungefähr folgende: »Lieber Don Agustín: es ist sehr schade, daß wir uns in diesen Tagen nicht unterhalten konnten, aber ich möchte nicht, daß wir uns trennen – morgen fliege ich zurück nach Rom –, ohne Ihnen gesagt zu haben, daß ich von Ihrem Einsatz, von Ihrer Anstrengung beim Malen dieses Bildes sehr beeindruckt bin. Als ich gesehen habe, wie sehr Sie am Ende jeder Sitzung physisch erschöpft waren, habe ich jedesmal gedacht, daß das genau die Lage ist, in der ich mich täglich nach der Feier der heiligen Messe befinde. Vor einigen Jahren hat Jesus Christus mir ein besonderes Geschenk gemacht: ich habe verstanden, daß sein Leiden und sein Tod am Kreuz, die in der heiligen Messe vergegenwärtigt werden, der Höhepunkt des Lebens intensiver Arbeit des Herrn waren. Dank der Gnade Gottes vermag ich mich so stark mit Christus am Kreuz zu identifizieren, daß ich nach jeder Messe – wie Sie nach dem Malen – erschöpft bin.«

Als ich das hörte, verstand ich etwas, das ich mir bis dahin nicht erklären konnte. Wenn unser Gründer in Diego de León (Sitz der spanischen Regionalleitung des Opus Dei) wohnte, bevorzugte er, die heilige Messe mittags zu zelebrieren. So konnte er sich morgens sehr gut vorbereiten und nachmittags danksagen. Am Vormittag arbeitete er mit uns, Mitgliedern der Leitung des Opus Dei in Spanien, und wir waren immer beeindruckt von seiner Vitalität und seiner Frische. Eine halbe Stunde vor der heiligen Messe zog er sich zusammen mit Javier Echevarría in die Kapelle zurück, um sich unmittelbar auf die Feier der Eucharistie vorzubereiten. Da in derselben Etage auch einige unserer Arbeitszimmer lagen, traf ich unseren Gründer manchmal, wenn er gerade die Kapelle verließ. Ich war immer beeindruckt, wie verändert er war, denn tatsächlich war er total erschöpft. Seine Worte gegenüber Segura waren die Erklärung.

3. Liebe zur Mutter Gottes
Im »Weg« können wir lesen: »Man geht zu Jesus und man kehrt zu ihm zurück immer durch Maria« (495).
Maria war für den seligen Josemaría immer der kürzeste Weg, um die Vereinigung mit Christus, von der ich am Anfang gesprochen habe, zu erlangen. Immer wenn Schwierigkeiten auftauchten, nahm er seine Zuflucht zu Maria, und immer wurde er erhört. Ende der fünfziger Jahre sagte er uns manchmal, daß er nicht sterben möchte, ohne auch auf materielle Weise – beispielsweise durch den Bau einer großen Kirche – der Mutter Gottes seine Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen. Wir hatten manchmal von ihm die Geschichte gehört, daß er, als er eineinhalb Jahre alt war, so krank wurde, daß der Arzt den Eltern ankündigte, das Kind werde wohl noch in dieser Nacht sterben. Mitten in ihrer Traurigkeit erinnerten sie sich an das Gnadenbild der Mutter Gottes von Torreciudad, das seit dem 11. Jahrhundert in einer kleinen Wallfahrtskirche am Fuß der Pyrenäen, zwanzig Kilometer nördlich von Barbastro, dem Wohnort der Escrivás, lag. Die Eltern hatten manchmal Wallfahrten dorthin unternommen und hatten eine große Verehrung zu diesem Gnadenbild. So entschlossen sie sich, die ganze Nacht zu Maria für die Heilung des Kindes zu beten, und versprachen, das Kind, wenn es geheilt würde, zur Wallfahrtskapelle zu bringen. Ihr Gebet wurde erhört; das Kind wurde in dieser Nacht geheilt, und einige Monate später, als es wieder bei Kräften war, legten sie den nicht ungefährlichen Weg – Mutter und Kind auf einem Maultier – zur Wallfahrtskapelle zurück.

Einige Mitglieder des Werkes, die den Wunsch des Gründers und die Geschichte der Heilung kannten, kamen auf die Idee, diese in den Bergen verlorene Wallfahrtskirche ausfindig zu machen und zu prüfen, ob man sie erweitern könne, um so den Wunsch des seligen Josemaría zu erfüllen. Die Kirche war aber auf keiner Karte verzeichnet. Schließlich fanden sie sie aber doch auf einer sehr alten Karte. Sie suchten sie auf – waren aber sehr enttäuscht, als sie die absolute Einsamkeit und den erbärmlichen Zustand der kleinen Kapelle sahen. Sie erzählten dem Gründer davon, der aber ließ sich nicht entmutigen, fand die Idee großartig, und einige Jahre später wurden die kleine Wallfahrtskirche und ein großes Areal um sie herum erworben. Heliodoro Dols, ein junger, erfolgreicher Architekt, erhielt den Auftrag, nicht weit von der kleinen Kapelle eine große Kirche zur Ehre der Mutter Gottes zu bauen, dazu Gebäude für die Betreuung der Pilger und Bildungsstätten.

Als beratender Architekt durfte ich am Bau dieser großen Anlage mitwirken. Der selige Josemaría ließ uns Architekten völlige Freiheit in der Gestaltung der Gebäude, doch gab er uns viele Anregungen der Art, Architektur und Einrichtung sollten im Dienste der Verehrung Gottes und seiner Mutter stehen. Gerade damals, als man durch eine falsche Interpretation der Liturgiereform die Anbetung der Eucharistie vernachlässigte, sollte in Torreciudad die Verehrung der Mutter Gottes zu dieser Anbetung hinführen. Deshalb wünschte sich der Gründer des Opus Dei ein Altarbild, in dem das Gnadenbild zwar einen guten Platz haben, im Mittelpunkt des Altarbildes jedoch der Tabernakel stehen sollte. Deswegen empfahl er uns, eine Lösung zu übernehmen, die in Aragonien Tradition hat, die sogenannten »retablos custodias«, ein Altarbild, das die Funktion einer großen Monstranz erfüllt. Außerdem sollte das Altarbild eine Katechese über das Leben Mariens sein, das alle zur Vereinigung mit ihrem Sohn Jesus Christus hinführt.

Der selige Josemaría hat Torreciudad einen Monat vor seinem Tod besucht und konnte die Kirche und die angrenzenden Gebäude praktisch fertig sehen. Es war eine seiner letzten »Verrücktheiten«.
Dabei erzählte er uns wiederum, daß er die Mutter Gottes um eine große Gnade für die Pilger, die im Laufe der Jahrhunderte nach Torreciudad kommen würden, bitte: die Gnade einer tiefen Bekehrung, die am besten in einer guten Beichte bestünde. Und er war sich sicher, daß Maria ihm diese Bitte erfüllen würde.

Aus dem Buch "Josemaría Escrivá - Profile einer Gründergestalt", César Ortiz (Hrsg.), Adamas-Verlag, Köln 2002

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