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Dokumentation

Das heilige Grab in Jerusalem

J. Gil

Stichwörter: Glaube, Jesus Christus, Das Heilige Land, Spuren unseres Glaubens
Spuren unseres Glaubens
Wege durch das Heilige Land


Da es Rüsttag war, der Tag vor dem Sabbat, und es schon Abend wurde, kam Josef (Mk 15, 42-43), ein reicher Mann aus Arimathäa (Mt 27,57), ein guter und gerechter Mann, ein Mitglied des Hohen Rates, der mit dem Vorgehen nicht einverstanden war, zu dem Ort. Er war ein Jünger Jesu, wenn auch im Verborgenen aus Angst vor den Juden (Joh.19,38). Kühn wandte er sich an Pilatus mit der Bitte, den Leichnam Jesu abnehmen zu dürfen. Nachdem der Hauptmann den Tod Jesu bestätigt hatte, wurde der Leichnam Josef übergeben (Mk 15, 43-45). Es kam auch Nikodemus, der früher schon des Nachts zu Jesus gekommen war, und brachte auch eine Mischung von Myrre und Aloe mit, im Wert von 100 Pfund, das waren mehr als 30 kg.

Das Grab Jesu ist eingeschlossen in eine Kapelle im Zentrum der Anástasis. Foto: Israel Tourism (Flickr).
Das Grab Jesu ist eingeschlossen in eine Kapelle im Zentrum der Anástasis. Foto: Israel Tourism (Flickr).
Sie nahmen den Leichnam Jesu und umwickelten ihn mit Leinenbinden, zusammen mit den wohlriechenden Salben, wie es beim jüdischen Begräbnis Sitte ist. An dem Ort, wo man ihn gekreuzigt hatte, war ein Garten, und in dem Garten ein neues Grab (Joh 19, 39-41). Josef hatte das Grab für sich in den Felsen hauen lassen(Mt 27, 60). Da es Rüsttag der Juden war und sich das Grab in der Nähe befand, bestatteten sie Jesus dort (Joh 19, 42). Sie wälzten einen großen Stein vor den Eingang des Grabes und gingen dann weg. Auch Maria von Magdala und die andere Maria waren dort (Mt 27, 60-61), sowie die Frauen, die mit Jesus aus Galiläa gekommen waren. Sie alle gaben ihm das Geleit und sahen zu, wie der Leichnam in das Grab gelegt wurde. Dann kehrten sie heim und bereiteten wohlriechende Öle und Salben zu. Am Sabbat aber hielten sie die vom Gesetz vorgeschriebene Ruhe ein (Lk 23, 55-56).

Bein Eintritt in die Grabeskirche stößt man zunächst auf einen kleinen Raum, der von Mauern umschlossen ist, das sogenannte Atrium. Angesichts der Enge des Raums, zentriert sich der Blick sofort auf den Felsen der Salbung, der von zwei hohen Kandelabern flankiert wird und mit vielen hängenden Votiv-Öllämpchen geschmückt ist. Dieser Stein erhebt sich einige Zentimeter über dem Fußboden und liegt zu Fuß des Kalvarienberges. Er erinnert an die liebevolle Fürsorge des Josef von Arimathäa und des Nikodemus bei der Abnahme des Leichnams vom Kreuz.

Wenn man sich ein wenig nach Westen wendet, bemerkt man eine runde Plakette aus Marmor auf dem Boden. Sie ist von einem Baldachin bedeckt .Der Tradition gemäß verfolgten von diesem Ort aus die Frauen die Abnahme vom Kreuz und das Begräbnis des Herrn. Gegenüber, nach dem Durchschreiten einer Öffnung zwischen zwei enormen Säulen steigt man zum Mausoleum herab, das Konstantin als Rahmen für das Grab des Herrn hatte bauen lassen. Es befindet sich im Zentrum der Basilika auf der gleichen Höhe wie der übrige Fußboden der Basilika. Der Ort ist von einer kleinen Kapelle umgeben.

Die späteren Umbauten haben die Zone um das Grab und sogar Teile des Grabes selbst verändert. Dank der Daten, die der Hl. Schrift selbst und Aufzeichnungen der Archäologen entnommen wurden, lässt sich in etwa eine Vorstellung gewinnen, wie das Grab im ersten Jahrhundert ausgesehen hat. Der Golgota gehörte demnach zu einem verlassenen Steinbruch. Das Grab war wohl in diesem Steinbruch ausgehoben worden und besaß eine Öffnung nach Osten. Diese Öffnung konnte mit Hilfe eines großen Steins verschlossen werden. Durch diese Öffnung konnte man auf Knien in das Innere gelangen. Danach gelangte man durch einen kleinen Gang in eine Art Vorraum, von dem aus dann die eigentliche Grabkammer zu betreten war. Dort wurde auf einer Bank, die an der rechten Seite der Kammer zur Nordseite hin lag, der Leib des Herrn eilig bestattet, da der Sabbat schon anzubrechen drohte (Lk 23, 54).

Das leere Grab
Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus und Salome wohlriechende Öle, um damit zum Grab zu gehen und Jesus zu salben. Am ersten Tag der Woche kamen sie in aller Frühe zum Grab, als die Sonne eben aufging. Sie sagten zueinander:
-Wer könnte uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen?
Doch als sie hinblickten sahen sei, dass der Stein schon weggewälzt war; er war sehr groß. Sie gingen in das Grab hinein und sahen auf der rechten Seiet einen jungen Mann sitzen, der mit einem weißen Gewand bekleidet war; da erschraken sie sehr. Er aber sagte zu ihnen:
-Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden; er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wo man ihn hingelegt hatte.
Nun aber geht und sagt seinen Jüngern, vor allem Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat. (Mk, 16, 1-7)

Uns sind die Berichte des auferstandenen Herrn bekannt: Er erschien Maria Magdalena, den Jüngern von Emmaus, den Elf, die im Abendmahlsaal versammelt waren, dem Petrus sowie anderen Aposteln am See Genezareth... Auf diese Begegnungen mit Jesus, die sie zu Zeugen der Realität der Auferstehung machten, wurden sie durch den Fund des leeren Grabes vorbereitet. „So war das leere Grab für alle ein entscheidendes Zeichen, und seine Entdeckung durch die Jünger der erste Schritt zu der Einsicht, dass Christus tatsächlich auferstanden ist….(..)“ „Der Jünger, den Jesus liebte“ (Joh 20, 2) sagt, er habe, als er in das leere Grab eingetreten sei und „die Leinenbinden liegen“ gesehen habe (Joh 20,6) „gesehen und geglaubt“. (Joh 20,8). Das setzt voraus, dass er am Zustand des leeren Grabes festgestellt hat, dass das Fehlen des Leichnams Jesu nicht auf eine Tat von Menschen zurückzuführen sei und dass Jesus nicht einfach, wie Lazarus, in ein irdisches Leben zurückgekehrt war.“ (Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 640)

Für die ersten Christen war das leere Grab immer ein wichtiger Beweis. Wir können uns leicht vorstellen, dass sie es häufig in großer Verehrung aufsuchten und es völlig hingerissen und freudig betrachteten...Diesen ersten Christen folgten später weitere, so dass die Erinnerung an diesen Ort nie verloren ging, selbst dann nicht, als in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts Kaiser Hadrian Jerusalem dem Erdboden gleich machte. In den Berichten des Eusebius von Caesarea klingt noch dieses Drama nach, wenn er die Besichtigung der Grabstelle durch Konstantin im Jahre 325 n. Chr. beschreibt. „Als sich aber statt des beseitigten Fußbodens ein anderer in der Tiefe der Erde zeigte, da zeigte sich auch gegen aller Erwarten das hehre und hochheilige Denkmal der Auferstehung des Heilandes, und der heiligsten Höhle sollte da ein ähnliches Wiederaufleben beschieden sein wie dem Erlöser selber. Nachdem sie lange Zeit im Dunkel verborgen gewesen war, kam sie wiederum ans Licht und gab denen, die sie zu sehen herbeigekommen waren, deutliche Kunde von den daselbst geschehenen Wundern; denn sie bezeugte die Auferstehung des Erlösers durch Tatsachen, die lauter sprachen als jeder Mund.“ (Eusebius von Caesarea, De vita Constantini, 3, 28).

Die Architekten des Konstantin gliederten die Gegend um das Grab Jesu aus dem Gesamtkomplex aus und beseitigten den Hügel, in dem das Grab ausgehoben war. So liegt jetzt das Grab in einem steinernen Kubus Sie umgaben das Ganze mit einer Grabkapelle, die sie als Zentrum nahmen, um darüber ein Mausoleum mit kreisförmigem Grundriss, die sogenannte „Anástasis“ zu errichten. Der gesamte Komplex wird von einer großen Kuppel mit einer Öffnung nach oben überwölbt. Obwohl diese Konstruktion bis heute unverändert bestehen blieb, haben nur noch wenige Bauelemente mit dem Original zu tun.

Die Kapelle wurde 1810 von griechisch-orthodoxen Christen restauriert. Der Altar, der sich auf der Rückseite befindet und den Kopten gehörig, geht auf des 12. Jahrhundert zurück. Durch die Schäden, die ihm bei einem Erdbeben zugefügt wurden, musste er mit eisernen Stützen versehen werden. Über dem Flachdach der eigentlichen Grabkapelle wurde eine kleine Kuppel im moskauischen Stil errichtet, die von kleinen Säulen gehalten wird. Die Fassade ist mit Öllämpchen und Ampeln versehen. Zahlreiche griechische Inschriften fordern zum Lob des Auferstandenen auf.

Das Innere der Grabkammer, die von einer weiteren Kammer umgeben ist, ist mit einer tiefen und engen Öffnung versehen. Die Kammer selbst misst in der Länge ungefähr 3,5 m und ist etwa 4 m breit. Sie bildet gewissermaßen das Vestibül zu der ursprünglichen unterirdischen Kapelle, die in den Zeiten des Konstantin abgetragen wurde. Sie wird Kapelle der Engel genannt als Erinnerung an den Engel, der auf dem großen Stein saß, der das Grab verschlossen hatte und der den Frauen die Auferstehung ankündigte. Einen Teil dieses Felsens wird im Zentrum des Raums aufbewahrt, eingebettet in einem Sockel. Bis zur Zerstörung der Basilika um Jahre 1009 auf Befehl von El-Hakim war er noch ganz erhalten. Der Zorn des Sultans richtete sich besonders auf den Nebenraum, der dem Begräbnisplatz des Herrn entspricht. Er wurde sehr bald nach der Zerstörung wieder hergerichtet. Die Nische, in die Josef von Arimathäa und Nikodemus den Leib Jesu legten, befindet sich an der rechten Seite, parallel zur Wand. Sie ist mit Marmor ausgestattet. Gemäß dem Apostolischen Glaubensbekenntnis ist er dort am dritten Tag von den Toten erstanden Die Verehrung der Pilger ist nachvollziehbar, die in diesen engen Raum eintreten, wo es außerdem möglich ist, zu festgelegten Zeiten die hl. Messe zu feiern.

Außerhalb der Rotunde, in dem Komplex, den die Kreuzfahrer über den Resten des Eingangsportals und der fünfschiffigen Basilika des Konstantin errichtet haben, gibt es noch andere Kapellen Die bedeutendsten sind die des Kalvarienberges, die schon in einem anderen Artikel beschrieben wurden. An der Nordseite befindet sich die Kapelle der Maria Magdalena und die Kapelle des Allerheiligsten. Letztere stellt die Begegnung des Auferstandenen mit seiner Mutter dar. Dort wird auch ein Fragment der Geißelsäule aufbewahrt. Im Zentrum der Kirche, welches den ehemaligen Chor der Kanoniker einnimmt und zur Anastasis hin geöffnet ist, befindet sich das sogenannte Katholikon, ein weiter Raum, der der griechisch-orthodoxen Kirche gehört. Dahinter befinden sich in dem Umgang der Kirche die Kapellen, die an die Beleidigungen des gekreuzigten Herrn erinnern, an die Verteilung seiner Kleider, sowie die Lanze des Longinus. In der unteren Etage gibt es eine Kapelle der hl. Helena, die den Armeniern gehört, eine Kapelle mit einem ein Graffiti eines Pilgers aus dem 2. Jahrhundert, die dem hl. Vartan (einem Heiligen der Armenier aus dem 5. Jahrhundert) geweiht ist, und die Kapelle der Auffindung des Heiligen Kreuzes.

Jeder Fleck birgt hier eine Erinnerung. Es würde den Rahmen sprengen, sich bei jeder aufzuhalten. Die Krypta bedarf noch einer besonderen Erklärung. Der Tradition zufolge fand hier die Auffindung des Heiligen Kreuzes durch die hl. Helena, die Mutter Konstantins, statt, die kurz vor ihrem Tod, etwa im Jahre 327, nach Jerusalem reiste. Der hl. Ambrosius berichtet davon in kraftvoller poetischer Sprache: „Helena kam denn und begann die heiligen Orte zu besuchen. Da gab ihr der Geist ein, das Kreuzesholz aufzusuchen. Sie begab sich auf Golgatha und sprach: ‚Sieh, der Ort des Kampfes! Wo ist der Sieg? Ich suche das Panier des Kreuzes, aber ich finde es nicht. Ich - rief sie aus - auf dem Throne, und das Kreuz des Herrn im Staube? Ich in Gold, und Christi Triumph im Schutt? (...). Ich sehe, was du, Teufel, getan, um das Schwert, das dich vernichtet, in Schutt zu begraben. Aber Isaak grub die von den Fremden verschütteten Brunnen wieder aus und ließ das Wasser nicht im Verborgenen ruhen. Weg also mit dem Schutt, auf dass das Leben erscheine! Hervor mit dem Schwert, das dem wahren Goliath das Haupt abgeschlagen! (...). Was anders erreichtest du, o Teufel, mit der Wegräumung des Kreuzesholzes als eine neue Niederlage? Schon Maria hat dich überwunden, die den Sieger geboren; die ohne Versehrung ihrer Jungfräulichkeit dem das Leben schenkte, der durch sein Kreuz dich besiegen und durch seinen Tod dich unterjochen sollte. Auch heute sollst du überwunden werden: Ein Weib soll deine Hinterlist aufdecken. Jene trug wie ein Heiligtum den Herrn im Schoß, ich will sein Kreuz auffindig machen. Jene tat den Menschgewordenen kund, ich den Auferstandenen. Jene war die Mittlerin, dass Gott sichtbar unter den Menschen wohnte, ich will zur Heilung unserer Sünden das Banner Gottes aus dem Schutte heben.“ (Hl. Ambrosius, De obitu Theodosii, 43-44).

Die Erzählung fährt fort und berichtet über den Fund von drei Kreuzen, die auf dem Grund einer alten Zisterne versteckt worden waren, die früher zu der heutigen Kapelle der Kreuzauffindung gehören. Das Kreuz Christi konnte dank der Überreste der von Pilatus angeordneten Kreuzesinschrift INRI, die ebenfalls gefunden wurde, identifiziert werden, Ein Teil dieses Fragments befindet sich in Rom in der Kirche vom Hl. Kreuz. Auch einige Nägel konnten noch identifiziert werden: einer wurde später eingearbeitet in die eiserne Krone der Kaiser, die in Monza aufbewahrt wird, ein zweiter wird im Mailänder Dom verehrt und ein dritter befindet sich in Rom.

Christus lebt
Im Hl. Land gibt es viele Orte, die Spuren des Lebens des Herrn dort aufweisen. Mit Recht sind sie im Laufe der Jahrhunderte verehrt worden. Aber kein Ort hat solche Verehrung erfahren wie das hl. Grab: denn nur hier ist der Ort, wo sich das zentrale Geheimnis unseres Glaubens zugetragen hat: „Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos“ (1 Kor 15, 14).

„Christus lebt! Das ist die Wahrheit, die unseren Glauben mit Inhalt erfüllt. Jesus, der am Kreuz starb, ist auferstanden .Er hat über den Tod gesiegt, über die Macht der Finsternis, über den Schmerz und die Angst.(..)Christus ist nicht eine Gestalt, die vorübergegangen ist, die einmal lebte und dann verschwand und uns nur eine wunderbare Erinnerung und ergreifendes Beispiel hinterließ. Nein Christus lebt! Jesus ist der Emmanuel: Gott mit uns! Seine Auferstehung bekundet uns, dass Gott die Seinen nicht im Stich lässt.” (Christus begegnen, 102)

Benedikt XVI wiederholte bei zahlreichen Gelegenheiten und auf verschiedenste Weise, dass der Ursprung des Glaubens nicht eine ethische Entscheidung oder eine große Idee ist und das es auch keine Erkenntnis der Weisen ist, die die Gläubigen weitergeben: „Der christliche Glaube hat, wie wir wissen, seinen Ursprung nicht in der Annahme einer Lehre, sondern in der Begegnung mit einer Person, mit dem gestorbenen und auferstandenen Christus. In unserem Alltagsleben, liebe Freunde, gibt es viele Gelegenheiten, um den anderen unseren Glauben auf einfache und überzeugte Weise mitzuteilen, so dass aus unserer Begegnung ihr Glaube entstehen kann. Es ist heute besonders notwendig, dass die Männer und Frauen unserer Zeit Jesus kennenlernen, Ihm begegnen und sich – auch durch unser Beispiel – von Ihm gewinnen lassen“ (Benedikt XVI., Angelus am Ostermontag, 9. April 2007).

„Durch seine Menschwerdung und sein Leben der Arbeit in Nazareth, durch seine Predigt und seine Wunder in den Landstrichen von Judäa und Galiläa, durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung ist Christus die Mitte der Schöpfung, der Erstgeborene und der Herr aller Geschöpfe.

Durch seine Menschwerdung und sein Leben der Arbeit in Nazareth, durch seine Predigt und seine Wunder in den Landstrichen von Judäa und Galiläa, durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung ist Christus die Mitte der Schöpfung, der Erstgeborene und der Herr aller Geschöpfe.
Es ist unsere Aufgabe als Christen, diese Herrschaft Christi mit unseren Worten und Werken kundzutun. Der Herr will die Seinen auf allen Wegen der Erde haben. Einige ruft Er in die Wüste, damit sie dem Trubel der Welt fernbleiben und so vor den anderen Menschen Zeugnis davon ablegen, dass es Gott gibt. Wieder anderen vertraut Er das priesterliche Amt an. Die Mehrzahl will Er mitten in der Welt und in den irdischen Dingen haben. Darum müssen diese Christen Christus überall hintragen, wo Menschen arbeiten: in die Fabriken, ins Labor, aufs Feld, in die Werkstatt, auf die belebten Straßen der Großstadt und auf einsame Bergpfade. (...). Jeder Christ muss Christus unter den Menschen vergegenwärtigen; er muss so handeln, dass seine Mitmenschen den bonus odor Christi (Vgl. 2 Kor 2,15), den Wohlgeruch Christi verspüren, dass durch die Werke des Jüngers das Antlitz des Meisters hindurch schimmert.“ (Christus begegnen 105)

Kurz nach Beginn seines Pontifikats bezog sich Papst Franziskus auf die Aufgabe, die jedem Christen aufgegeben ist: „Christus hat auf vollendete Weise und in endgültiger und definitiver Form das Böse besiegt. Jetzt liegt es an uns Christen jeder Epoche, diesen Sieg in unser Leben zu übersetzen und in konkreten geschichtlichen Gegebenheiten der Gesellschaft. Deshalb scheint es mir sehr wichtig, dass vor Augen zu haben, worum wir Gott in der heutigen Liturgie bitten: „Gott, du Herr allen Lebens, durch die Taufe schenkst du deiner Kirche Jahr für Jahr neue Söhne und Töchter. Gib, dass alle Christen in ihrem Leben dem Sakrament treu bleiben, das sie im Glauben empfangen haben“ (Tagesgebet Ostermontag)

"Es ist wahr, die Taufe, die uns zu Kindern Gottes macht, die Eucharistie, die uns mit Christus vereint, müssen zu Leben werden, das heißt sie müssen sich in Einstellungen, Verhaltensweisen, Gesten, Entscheidungen umsetzen. Die in den österlichen Sakramenten enthaltene Gnade ist eine enorme Kraft der Erneuerung für das persönliche Leben, für das Leben der Familien, für die gesellschaftlichen Beziehungen. Alles aber geht über das menschliche Herz: Wenn ich mich von der Gnade des auferstandenen Christus erreichen lasse, wenn ich es ihr gestatte, mich in jenem meiner Aspekte zu ändern, der nicht gut ist, der mir und den anderen Schaden zufügen kann, so gestatte ich es dem Sieg Christi, sich in meinem Leben durchzusetzen, sein heilbringendes Wirken auszubreiten. Das ist die Macht der Gnade! Ohne die Gnade vermögen wir nichts. Ohne die Gnade vermögen wir nichts! Und mit der Gnade der Taufe und der eucharistischen Kommunion kann ich zum Werkzeug der Barmherzigkeit Gottes werden, jener schönen Barmherzigkeit Gottes!“ (Franziskus, Regina coeli, Ostermontag, 1.4.2013)


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