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Persönliche Zeugnisse

Was du tust, das tue ganz

Mary Hamm, Vorsitzende des Zentrums Tepeyac. Sie hilft jungen Müttern, besonders solchen aus Lateinamerika

6 Januar 2009

Stichwörter: Ordnung
Wenn Leute mich fragen, wie viele Kinder ich habe, dann sage ich oftmals zwölf plus zwei "gemeinnützige". Die Arbeit in einer dieser gemeinnützigen Organisationen ist so, als ob man noch ein Kind mehr hätte. Zu dieser Einstellung kam ich erst durch Josemaría Escrivá und die Unterstützung des Opus Dei.

Ich habe das Opus Dei und die Lehre seines Gründers als Teenager kennengelernt, als ich den Weg las. Was ich dort fand, war noch einmal das, was meine Eltern mir über die "Einheit des Lebens" beigebracht hatten: Unser geistliches Leben muss unser alltägliches Leben beeinflussen, mit der hl. Messe als Mitte und Wurzel unseres inneren Lebens. Es ist da, im täglichen Opfern des Kreuzes Christi, wo ich meine Kraft finde eine "Kultur des Lebens" aufzubauen.

Als eine Mutter mit sehr wenig Hilfe im Haushalt verbringe ich viele Stunden des Tages damit, für die Belange meiner Familie zu sorgen. Genau das ist es, worin ich mich mit dem Opfer Christi vereinige. In den ersten 18 Jahren meiner Ehe habe ich mich darauf konzentriert ein "helles und freundliches Zuhause" zu schaffen, Josefmarias Ideal eines Familienlebens. Als ich elf Kinder hatte und mein jüngstes gerade vier war, habe ich angefangen, meinen Einflussbereich zu erweitern und damit begonnen eine "Kultur des Lebens" auch außerhalb meines Hauses aufzubauen.

Die Leute fragen mich oft: "Du hast Harvard besucht und hast zwölf Kinder?" Ich antworte ihnen: "Nun, dort haben sie mir beigebracht, wenn du etwas tust, tu es richtig!" Tatsächlich ist es aber der heilige Josefmaria mit seiner Einsicht "Es gibt Weltkrisen, weil es an Heiligen fehlt", der mich bewogen hat – "fahr hinaus auf die hohe See" – mich im kulturellen Bereich zu engagieren.

So begann ich im "National Institute of Womanhood" (NIW) mitzuarbeiten, war eines der Gründungsmitglieder und arbeitete als Vizepräsidentin des Instituts. Es wurde mir bald immer klarer, dass der Kampf für den Fortschritt der Frauen auf Kosten ihrer fundamentalen Rolle als Ehefrau und Mutter geführt wurde. Im NIW arbeiteten wir daran, deutlich zu machen, was "authentisches Frau-Sein" (authentic womanhood) bedeutet. Freunde fragten "Wie kannst du für das NIW noch Zeit finden?" Und ich habe geantwortet: "Gerade weil ich viele Kinder habe - und sieben von ihnen sind Mädchen - muss ich für die Rechte der Mütter kämpfen." 1994 und 1995 ging es auf den UN-Konferenzen in Kairo und Peking um die Fragen des "Gender" und der "Gender roles". Und auch dieses Mal dienten mir zum Thema "genius of woman" die Gedanken des Opus-Dei-Gründers als Leitlinie. Mitte der neunziger Jahre musste ich bezahlte Arbeit finden und nahm eine Stelle im Centro Tepeyac an, einem Schwangerschaftsberatungszentrum, das sich um die Sorgen der lateinamerikanischen Frauen kümmert. Hier konnte ich die Sache des "authentischen Frauseins" weiter voran bringen und gegen die Flut der Sinnlichkeit mit einem "Feldzug für Männlichkeit und Reinheit" kämpfen.

Das Centro Tepeyac hilft Frauen, die eine unerwartete Schwangerschaft verkraften müssen. Die meisten von ihnen sind Immigrantinnen aus Zentral- und Südamerika auf der Flucht vor Krieg, Armut oder beidem. Ich hatte von Josefmaria gelernt, dass es keine "Seelen für den Mülleimer" gibt: Das betrifft vor allem das ungeborene Kind einer armen Frau. In meinen sieben Jahren im Centro Tepeyac ist die Zahl der Hilfesuchenden von 100 auf 1000 angestiegen. Ich kann sagen, dass das im höchsten Maße aufgrund der Treue zum Lebensplan, der vom Gründer des Opus Dei empfohlen wurde, geschehen ist. Seine Lehre von der "Größe des alltäglichen Lebens" erinnert mich ständig daran, dass mein "Boot - deine Fähigkeiten, deine Pläne, deine Erfolge - all das zu nichts nutze (ist), es sei denn, du stellst es Christus zur Verfügung, du lässt Ihn ungehindert einsteigen". Die tägliche heilige Messe, der Rosenkranz, die geistliche Lesung nähren mein Gebetsleben, sie wirken wie der "Kitt", der meine Familie und mein Haus zusammenhält. Das erlaubt mir, die Botschaft der "Kultur des Lebens" auf nationale und internationale Schauplätze zu bringen.

Ich erinnere mich oft daran, dass Josemaría Escrivá auf seinen endlosen Wegen durch Madrid die Bilder unserer Lieben Frau ebenso suchte und entdeckte wie die Tabernakel. Er ermutigte uns, unseren Herrn dort zu besuchen, auch wenn es nur einen kurzen Blick und einen Atemzug lang war. Ich habe auch angefangen zu suchen und ich fand Winkel und Ecken auf meinem Weg nach Tepeyac, wo ich in der Stille unseren Herrn und unsere Mutter an verborgenen Orten grüßen konnte. Ich lehrte auch meine Kinder, auf diese Weise mit Gott umzugehen, wenn wir in der Stadt herumfahren.

In meinen Bemühungen, den Ruf zur Verkündigung des Evangeliums zu erfüllen, habe ich vom heiligen Josefmaria das "Briefapostolat" gelernt. Es hilft mir, unsere Verbindungen auszuweiten, besonders bei unseren Sponsoren. Seine Worte über das Apostolat der öffentlichen Meinung helfen mir, in Kontakt mit Journalisten zu kommen, und wohin ich auch immer gehe, bringe ich nützliches gedrucktes Material mit. Er sagte "von hundert Seelen interessieren uns alle hundert", und danach versuche ich zu leben. Ich erinnere mich gehört zu haben, dass er, als er die Astronauten auf dem Mond landen sah, für sie gebetet hat. Auch ich versuche für die Leute zu beten, die ich im Fernsehen sehe. Von ihm habe ich gelernt zu versuchen, alle Menschen gern zu haben und für sie zu beten, egal ob rechts oder links, genau so wie er es tat.

Durch seine Heiligsprechung wird Josefmaria ein Inspirator und ein Lehrer für zahllose Seelen, die wie ich ein normales gewöhnliches Leben führen und die Einheit mit Gott in dieser Normalität suchen.